Gustave Aimard

alias Oliver Gloux

(1818-1883)

Französischer Schriftsteller und Verfasser von Indianerromanen in der Nachfolge von Gabriel Ferry.
Aimard war einer der bekanntesten Abenteuerromanautoren des 19.Jahrhunderts.
Die amerikanischen und mexikanischen Schauplätze seiner Romane kannte er aus eigenem Erleben, so nahm er 1852 an der von Sir John Retcliffe in "DER SCHATZ DER YNKAS" beschriebenen Sonora-Expedition des französischen Grafen Raousset Boulbon teil. Der Graf wurde am 12.8.1854 in Mexiko hingerichtet. Schon vor dem Scheitern der Expedition kehrte Aimard nach Frankreich zurück und begann Abenteuerromane zu schreiben.
Er hat 119 Romane verfasst, teilweise mit Mitarbeitern in einer Art Romanfabrik, war aber schnell wieder vergessen und ist heute auch in Frankreich fast nur noch bei Sammlern bekannt. Einige seiner Figuren erinnern an die der Cooper'schen Lederstrumpf-Romane. Aus seiner ersten Schaffensperiode wurden 36 Romane ins Deutsche übersetzt. Er gehörte in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts zu den meistgelesenen Autoren in den deutschen Leihbüchereien. Bei Ch. E. Kollmann in Leipzig sind meist im Jahr der französischen Erstausgaben 34 Titel erschienen:

  • Die Trapper in Arkansas (1859)
  • Antinahuel der Aucashäuptling (1859)
  • Der Fährtensucher (1860)
  • Präriepiraten (1860)
  • Der Späher (1860)
  • Das Lynchgesetz (1861)
  • Der Wüstenzug (1861)
  • Das Goldfieber (1861)
  • Curumilla (1861)
  • Freikugel (1861)
  • Die Grenzstreifer (1861)
  • Treuherz (1861)
  • Die freien Schützen (1862)
  • Valentin Guillois (1862)
  • Starkhand (1863)
  • Die Abenteurer (1863)
  • Schnellwasser (1864)
  • Mexikanische Nächte (1864)
  • Die Bienenjäger (1865)
  • Felsenherz (1865)
  • Der Löwe der Wildniß (1866)
  • Der Guaranis (1866)
  • Montonero (1866)
  • Zeno Cabral (1866)
  • Die Zigeuner des Meeres (1866)
  • Das goldene Kastilien (1866)
  • Sacramenta (1866)
  • Die Gambucinos (1867)
  • Eine mexikanische Rache (1867)
  • Die Mas Horca (1867)
  • Rosas (1868)
  • Die Araukanier (1868)
  • Die Söhne der Schildkröteninsel (1868)
  • Die mexikanischen Jäger (1868)

Zwei Romane sind in anderen Verlagen erchienen:

  • Der Indianerhäuptling (1864), F. Friedrich und Comp., Wien
  • Die Vaudoux (1868), Tendler, Wien, und Zander, Leipzig

Ab 1870, wohl bedingt durch den Krieg mit Frankreich 1870/71, erschienen in Deutschland nur noch einige Jugendbearbeitungen von ihm. 1912, mit Neuauflagen in den Zwanziger-Jahren, brachte der Verlag Michel in Charlottenburg eine 5-bändige Ausgabe heraus, in der Union-Jugendbücherei erschien 1931 "Antinahuel" und 1970 erschien bei Borowsky die "Freikugel".