Der Schwarze Korsar

Avventura Mediterranea Band 1

Abenteuerroman von Emilio Salgari

EUR 29,80

Der Roman, der bisher in keiner vollständigen übersetzung ins Deutsche vorlag, wurde eigens für diese Ausgabe von Ralf Junkerjürgen neu übersetzt und von Sven Arne Klinger neu illustriert. Zusätzlich bietet der Band ein Nachwort von Ralf Junkerjürgen, das Salgaris Werk literaturgeschichlich einordnet.
Im Anhang befinden sich die 22 Illustrationen der italienischen Erstausgabe mit einem kunsthistorischen Kommentar von Ulrich Kreidt.

Hardcover mit Fadenheftung und mit farbig illustriertem Schutzumschlag.
München: ABLIT Verlag. 2011.

ISBN 978-3-935410-15-1

Katalog der Deutschen Nationalbibliothek


Stolz, edelmütig, tapfer, melancholisch und verliebt - das sind die Eigenschaften des schillernden Schwarzen Korsaren aus dem erfolgreichsten Roman des bekannten italienischen Abenteuerschriftstellers Emilio Salgari (1862-1911).

Vor dem grandiosen Szenarium der Karibik und der venezolanischen Urwälder entspannt sich eine Rachegeschichte mit all jenen packenden Episoden, die einen klassischen Abenteuerroman ausmachen: Zweikämpfe, Seeschlachten, Unwetter, Begegnungen mit Raubtieren und Indianern, das ganze kunstvoll verwoben mit einer melodramatischen Liebesgeschichte.


  • Der Schwarze Korsar, 1898

    1898 ist in Genua im Verlag Donath Emilio Salgaris Roman "Il Cosaro Nero" erschienen. Daraus entwickelte sich die 5-teilige Serie "Il Corsari delle Antille". Neben Sandokan wurde der Schwarze Korsar, der auch im 2. Teil der Serie "La Regina dei Caraibi" (1901) die Hauptfigur ist, der berühmteste Romanheld Salgaris.

    Vorgeschichte von "Der Schwarze Korsar"

    Es ist die Geschichte von vier Brüdern der Familie Ventimiglia, die an der Seite des Herzogs von Savoyen, für Frankreich gegen die Spanier kämpfen. Während der Kämpfe in Flandern wird eine Marineeinheit, zu der auch die vier Brüder gehören, von einer zehnfachen übermacht eingeschlossen und muss sich in einer Festung verbarrikadieren. Der Anführer dieser Einheit ist der flämische Herzog van Gould. Dieser setzt sich allerdings mit den Spaniern in Verbindung und verspricht, ihnen die Festung in die Hände zu spielen, wenn sie ihm im Gegenzug den Posten eines Gouverneurs in den amerikanischen Kolonien und eine große Summe Geld geben würden. Als van Gould den Spaniern die Tore öffnete, wird er von dem ältesten der Brüder Ventimiglia überrascht. Er schießt ihn nieder und flüchtete dann nach Amerika, wo er den Posten des Gouverneurs von Maracaibo bekleidete. Doch die drei noch lebenden Brüder Ventimiglia stöbern ihn schon nach kurzer Zeit auf und bekämpfen ihn als der "Rote Korsar". der "Grüne Korsar" und der "Schwarze Korsar". Als erstes gelingt es dem Grünen Korsaren, van Gould nahe zu kommen. Dabei fällt er in die Hände der Spanier und wird gehängt. Das gleiche Schicksal erleidet kurz darauf auch der Rote Korsar. An dieser Stelle setzt der erste Roman ein.

    Quelle für die Inhaltsangaben: Wikipedia, die freie Enzyklopädie

    Der gesamte Zyklus "Corsari delle Antille" besteht aus 5 Teilen:

    • Il Corsaro Nero (1898)- Der Schwarze Korsar
    • La Regina dei Caraibi (1901) Die Königin der Kariben
    • Jolanda, la Figlia del Corsaro Nero (1904) Die Tochter des schwarzen Korsaren
    • Il figlio del Corsaro Rosso (1906) Der Sohn des roten Korsaren
    • Gli Ultimi Filibustieri (1908) Die letzten Freibeuter


    Es verwundert, dass "Der Schwarze Korsar" erst 1929 in deutscher Sprache erschienen ist. "Der Schwarze Korsar" war, übersetzt und gekürzt von Martha von Siegroth der erste Band der 32-bändigen Salgari-Ausgabe (1929-34) beim Phönix-Verlag Carl Siwinna in Berlin. Bis 1993 erschienen dann vor allem Taschenbuch-Ausgaben dieser geküzten übersetzung von Martha von Siegroth:

    • Kibu-Verlag, 1978
    • Ullstein, 1987
    • Arena Verlag, 1991-93

  • über die Korsaren

    Bereits im Mittelalter, besonders während des Hundertjährigen Krieges, und in der frühen Neuzeit, gingen staatlich geduldete Piraten auf Kaperfahrt. Im französischen Raum und im Mittelmeerraum wurden sie oft als Korsaren (italienisch: corsaro) bezeichnet. Das Wort Freibeuterei war ursprünglich ein Synonym für Piraterie und bezeichnete eben das freie Beutemachen, erst später den mehr oder weniger legalen Kaperkrieg. Aus dem niederländischen Wort vrijbuiter entstand jedoch im karibischen Raum das französische flibustier, das englische filibuster und das spanische filibustero, das wieder gewöhnliche Piraten bezeichnete. Im Deutschen wird der Ausdruck Flibustiers allerdings oft mit Freibeuter übersetzt, wodurch eine gewisse Unsicherheit bei der Bedeutung des Wortes entsteht.

    In Kriegszeiten versuchten die kriegführenden Parteien, nicht nur die gegnerischen Kriegsflotten zu besiegen, sondern vor allem die gegnerische Handelsschifffahrt zu stören. Mangels königlicher Kriegsschiffe – Kriegsmarinen im modernen Sinne entstanden erst im Laufe des 16. Jahrhunderts – wurden private Schiffe durch Kaperbriefe dazu ermächtigt, feindliche Handelsschiffe während des Kriegs zu kapern Darstellung einer Galeone durch den Marinemaler Hendrick Cornelisz. Vroom um 1600. Diese Schiffe sollten dann einem Prisengericht in den Heimathäfen der Freibeuter übergeben werden. Nachdem ein Teil der Beute, meistens 10–20 %, für den Kaperbrief an die Krone oder die Regierung abgeführt worden war, wurde die restliche Beute unter den Inhabern und Kapitänen der Schiffe aufgeteilt. Die Besatzungen bekamen meist keinen Lohn oder Sold, sondern waren ebenfalls an der Beute beteiligt. Solange nur gegnerische Schiffe angegriffen wurden, waren die überfälle durch den Kaperbrief gedeckt. Wurden aber eigene oder verbündete Schiffe überfallen, was vor allem in Friedenszeiten geschah, galten die Freibeuter ab diesem Zeitpunkt als gewöhnliche Piraten. Korsaren und Piraten hatten oft eine ähnliche Geschäftsgrundlage: Schiffe, Ausrüstung und Besatzung wurden von Privatleuten finanziert, nicht selten auch von Aktiengesellschaften, deren Anteilscheine dem Käufer einen entsprechenden Anteil an der Beute sicherten.

    Französische Korsaren von der Zeit des „Sonnenkönigs“ bis zur Republik.

    René Duguay-Trouin Französische Städte wie Saint-Malo, Dieppe, Boulogne, Dünkirchen, Cherbourg, Nantes, Brest hatten ihre eigenen „Korsarenhelden“ oder sogar, wie das Städtchen Rotheneuve, eine ganze Korsarendynastie. Zur Zeit Ludwigs XIV. von Frankreich waren die Kaperbriefe (Lettres de Marque) vom König persönlich ausgestellt und unterzeichnet. Ihre Inhaber wurden auf strikte Einhaltung internationaler Kriegsregeln vereidigt, die Ausschreitungen und Brutalität verhindern sollten, die als Vorläufer der Genfer Konvention gelten können. Bezeichnend für die Haltung des „Sonnenkönigs“ gegenüber den Korsaren ist die Tatsache, dass er scharfe Kontrollen über die Reedereien ausübte, denen er seine Offiziere auslieh. Die Reeder mussten vor dem Auslaufen hohe Summen deponieren, die dazu benutzt werden sollten, Unrecht und Schäden gutzumachen, die außerhalb der königlichen Richtlinien vorgefallen sein mochten. Sie sollten die Offiziere davor schützen, von den Finanziers zu Dingen genötigt zu werden, die mit der Ehre eines königlichen Marineoffiziers nicht vereinbar waren. Einer der herausragenden Korsaren dieser Zeit war René Duguay-Trouin (1673–1736).

    Französische, italienische und griechische Korsaren ließen die kleinen, aber extrem schnellen und wendigen Lugger, Chasse-Marees, Tartanen, Navicellos und Sakolevas bauen, die noch bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts im Mittelmeer weit verbreitet waren. Der Korsar Robert Surcouf zum Beispiel hätte als einer der reichsten Männer Frankreichs durchaus die finanziellen Möglichkeiten gehabt, sich ein Linienschiff mit 100 Kanonen bauen zu lassen. Da dieses Schiff aber höchstens 7 Knoten gefahren wäre, benutzte er lieber eine leichte Korvette mit 18 Kanonen und extrem hoher Takelage und war damit schneller als seine Gegner oder Opfer.

    Die Entdeckung, Kolonisierung und Ausbeutung der Neuen Welt vor allem durch die Spanier hat im großen Umfang auch Piraten angelockt. Die Rivalität zwischen Spaniern, Engländern, Franzosen und Holländern wurde auch durch eine politische Unterstützung der Piraterie ausgefochten.

    überfälle durch französische Freibeuter. Durch französische Korsaren, die vor europäischen Häfen kreuzten, erfuhren die europäischen Höfe bald von den Reichtümern der Neuen Welt. Jean Florin oder Fleury, der im Dienst von Jean Ango des Vicomte von Dieppe stand, sichtete 1523 vor der Südküste Portugals drei spanische Karavellen. Fleury und seine Männer kaperten zwei davon und erbeuteten drei große Kisten mit Goldbarren, 500 Pfund Goldstaub, 680 Pfund Perlen, dazu Smaragde und Topase. Daraufhin stellte der französische König Franz I., Kaperbriefe aus, um Jagd auf spanische Schatzschiffe zu machen.

    Die Schiffe der Spanier mussten zum Abtransport der Waren aus Südamerika die Karibik mit ihren vielen kleinen und großen Inseln durchqueren, die sich hervorragend als Stützpunkte für Piraten eigneten. Die Gold- und Silbertransporte durch die spanische Silberflotte (flota), die jedes Jahr die Ausbeute aus den ertragreichen Silberminen abtransportierte, waren hierbei nur die spektakulärste Möglichkeit, Beute zu machen. Tabak, Zuckerrohr, Kakao, Gewürze und Baumwolle waren ebenfalls lukrative Handelsgüter. Der erste war François Le Clerc, ein Hugenotte, wegen eines Holzbeines Jambe de Bois genannt. Mit drei Schiffen des Königs und mehreren Korsaren kaperte er Schiffe spanischer Kauffahrer und griff 1554 die damals größte Siedlung Santiago de Cuba an, im folgenden Jahr Havanna, zusammen mit Jacques de Sores. Als man dort das geforderte Lösegeld nicht zahlte, brannte er die Siedlung und alle Schiffe im Hafen nieder. Nachdem in Frankreich die Verfolgung von Hugenotten begonnen hatten, gründeten vertriebene Protestanten 1564 die Kolonie Fort Caroline in der Nähe des heutigen St. Augustine in Florida, von wo aus sie Piratenüberfälle auf spanische Schiffe und Häfen organisierten. Aber bereits ein Jahr später eroberte Pedro de Menéndez das Fort und ließ alle Protestanten ausnahmslos hinrichten.